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Ostereier vom Leasinghuhn

Es stand am 21.März 02 in der

 
Was war zuerst: das Huhn oder das Ei? Bei den Leasinghühnern vom Kirchleerber Nackhof stellt sich diese Frage nicht, denn es war eindeutig das Huhn.(Text und Fotos von Erika Lüscher, 21.03.02)

 
Fast jeden Tag ein Leasing-Ei

Möglichst naturnah bewirtschaften Fritz und Monika Graf ihren 10-Hektaren-Hof im Nacktäli in Kirchleerau. Zum breiten Direktvermarktungsangebot der Nebenerwerbs- landwirte gehört auch das Hühner-Leasing. "Eine Schnaps- idee", gibt Fritz GRaf zu. Doch sie hat Anklang gefunden. Fünf der dreissig handzahmen Freilandhühner legen "Leasing"-Eier. Interessiert an diesem Angebot seien vor allem Familien mit Kindern, die wissen wollten, woher Ihre Nahrungsmittel stammten und die den direkten Kontakt zu Ihrem Huhn pflegten, verraten Grafs. Auf Ostern habens die Eierlieferanten ohnehin sehr streng, denn der Osterhase braucht dauernd Nachschub. 

   

 

 

 

Und so geht's, das Hühnerleasing auf dem Nackhof>>

Bei den Grafs vom Nackhof trifft das Klische von den glücklichen Hühnern den Nagel auf den Kopf. Zufrieden gackern und scharren rund dreissig Hennen im grossen,  mit zurechtgestutzten Hastelsträuchern bestandenen Auslauf. 
   Ab und zu tut eins mit lautem gackern kund, dass es ein Ei gelegt hat. Das hören bestimmt auch die beiden "Osterhasen", die sich in der Abenddäm- merung jeweils an den saftigen Kräutlein, im idyllisch gelegenen Seiten- tälchen des Suhrentals gütlich tun.
   Freude an den frisch gelegten  Eiern haben auch die Familien, die fünf der Hühner geleast haben und für zwölf Franken monatlich 20 Eier erhalten. "Eine SChnapsidee, geboren im Freundeskreis, als über das grassierende Leasingfieber diskutiert wurde", gibt Fritz Graf zu. Dass sie vom Tier- Leasing total überzeugt sind, beweist die Tatsache, dass Grafs mittlerweile eine Kuh geleast haben, um zu eigenem Alpkäse zu kommen.
   Möglichst natürlich und möglichst viel selber machen, ist die Devise des Elektroingenieurs und der Werklehrerin. Der alte Bauernhof  in einem kleinen Seitental des Suhrentals, den sie vor zwei Jahren mit einem Um- schwung von zehn Hektaren gekauft haben, bietet ideale Voraussetzungen für einen Nebenerwerbsbetrieb.
   Mit den Leasing-Hühnern allein ist es nämlich nicht getan. Das über Internet unter www.nackhof.ch abrufbare Direktvermarktungs-Angebot zeigt, wie vielseitig die Palette ist. Im Sommer werden Freilansschweine und Poulet gemästet. Im Herbst werden die Äpfel aus der bestehenden Pflan- zung verkauft und zu Süssmost oder gedörrten Früchten veredelt.
   Der Honig stammt von Grafs Bienenvölker. Derweil betreut seine Frau Monika die eigenen und die Pensionspferde, die sich im kürzlich umge- bauten Gruppenhaltungslaufstall äusserst wohl fühlen. Und statt Schoggi- hasen leisten sich Fritz und Monika Graf vier genügsame Schottische Hochlandrinder.

(Fritz Graf, 13.04.02)

 

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